Bootsferien in Brandenburg

Der Erfahrungsbericht eines unserer Chartergäste, der bei der Bootscharter Keser eine Yacht für einen Urlaub auf dem       Hausboot gechartert hat. (Gekürzte Fassung)

Wir befahren mit einer wahnsinnigen  Geschwindigkeit

 von  35 – 55 km pro Tag

–  im Uhrzeigersinn  - das  Elbe – Havel – Dreieck.

 

 

Ich gebe zu, auf der Elbe vielleicht etwas schneller mit „Bugwelle“

und 15 km/h.

 

Auf der Havel aber mehr genießerisch  -  und die Ufer schonend  - 

mit 5 – 8 km/h!

Sicherlich seid ihr neugierig, was wir wohl in diesem Jahr für einen „Dampfer“  gechartert haben – oder? Alle Schiffe der Firma KESER heißen „Seepferdchen“.

  • UNSER Schiff ist das SEEPFERDCHEN  3

Unsere Törnplanung 

Wenn alles stimmt – ich meine das Wetter -  fahren wir im  Uhrzeigersinn  das  Elbe – Havel – Dreieck.

Samstag:      Anreise:   Yachthafen RINGEL, Töplitz / Werder

Sonntag:        Unser Tagesziel: Brandenburg

Montag:         Unser Tagesziel:  Parey

Dienstag:       Unser Tagesziel:  Tangermünde  und Havelberg

Mittwoch:       Unser Tagesziel:  Ketzin und Rathenow

Donnerstag:   Unser Tagesziel: Brandenburg

Freitag:          Unser Tagesziel: Yachthafen in Töplitz

Nun geht’s los:

Samstag:      Anreise:   Yachthafen Frank Ringel, Töplitz /Werder, der Heimatstützpunkt der Bootscharter Keser:

Wir übernehmen die Yacht und erledigen die Formalitäten.

Wenn man gegen 14:00 Uhr in Töplitz ist, kann man natürlich für den kurzen Tagestörn nach Brandenburg noch starten.  Wir haben auf Grund unterschiedlicher Anreisen aber unsere Gründe für einen Start am Sonntag.

Sonntag:   Unser Ziel:  Brandenburg      Tages-km 35 / gesamt 35 km

Wir fahren von Töplitz  über die Potsdamer Havel und passieren nach gut einer Stunde das Örtchen Ketzin. Weiter geht’s über den Trebelsee und die Untere Havel - Wasserstraße Richtung  Brandenburg.

Wir könnten schon nach 26 km im „Yachthafen Eden“ festmachen. Aber der Skipper schlägt vor, den Abend in Brandenburg zu verbringen. So fahren wir zu unserer 1. Schleuse, der „Vorstadtschleuse Brandenburg“.

  • Den Sportbootanleger haben wir nicht gleich gefunden. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Sportbootanleger vor der Schleuse immer an Backbord zu suchen! (Den flotten Spruch des Schleusenwärters: „Ach, da hinter meinen Blumen steht ihr“, haben wir lachend verkraftet.)

 

Nach dem Schleusen fahren wir nicht gerade aus in den Silokanal, sondern über Backbord, der Havel folgend, zum „Bootsanleger am Slawendorf“.

Eigentlich braucht man für Brandenburg mehr als einen Abend, aber zum Besuch eines Restaurants sollte es reichen. Unser Umweg wird belohnt mit einem hervorragenden Essen im Restaurant  An der Dominsel!

Montag:  Unser Ziel:   Parey    max. 40 km / ges. 75 km

Geplant ist, über den Elbe-Havel-Kanal und den Pareyer Verbindungskanal zur Elbe und dann flussabwärts über Tangermünde nach Havelberg, dem Wendepunkt auf diesem Törn, zu fahren.  Der Anziehungspunkt für diese Variante ist Tangermünde. Allerdings fehlt uns in unserem „6–Tagetörn“ ein bisschen Muße. Aber dennoch möchte ich aus anderer Quelle zitieren:

  • „Man spricht nicht umsonst vom nördlichen Rothenburg. Die heute noch von Stadtmauern fast lückenlos umgebene Altstadt steht als Beispiel für eine über Jahrhunderte gewachsene Stadt.“

Ab geht’s Richtung Parey:

Wir meinten, wegen der niedrigen Brücken wieder zum Silokanal zurückfahren zu müssen. Ein „benachbarter Skipper“ fährt jedoch weiter stromabwärts Richtung  Breitlingsee; wir folgen ihm und passen unter jeder Brücke durch! Über eine schöne Seenplatte erreichen wir Plaue. Über den Wendsee verlassen wir Plaue und erreichen nach kurzer Zeit unsere 2. Schleuse, die Schleuse Wusterwitz.

  • „Nach dem Passieren der Schleuse, die so lang ist, dass die Schleusenwärterin von einem Tor zum anderen mit dem Fahrrad fährt, stellten wir fest, dass  der Elbe-Havel-Kanal gar nicht so unerträglich ist?!“

Wegen der am Dienstag geplanten 55 km-Etappe auf der Elbe trinken wir unseren Kaffee auf dem Schiff , steuern Parey direkt an und suchen in einem Seitenarm den WSV Parey Elbe. Aber:

  • Wir finden ein „kleines Brückchen“, unser Sonnendeck hat aber eine Höhe von 3,80 m über WSP – ob das wohl passt!?
  • Bach und Brücke haben eine Breite von ca. 4,50m, unser Schiff hat eine Breite von 3,90m -  ob das wohl passt!?
  • Seerosen und Kraut sind reichlich vorhanden, unser Schiff  hat 1,10m Tiefgang – ob das wohl passt!?

Der Skipper stellt sich vor, wie die Einheimischen lachen, wenn sie uns frei ziehen müssen und sagt: „NEIN!“

Wir machen einen 2. Versuch in einem Seitenarm Richtung Derben. Eng war’s, flach war’s und dann kam an Backbord eine „dunkle“ Bucht, wir suchen den „MBS?“ Seltsames Gelände, und – Kommentar unserer Frauen:  „Hier bleiben wir aber nicht!“

Genervt fahren wir direkt zur Schleuse Parey und finden an Backbord einen freien „Anleger für Sportboote.“ Der Schleusenwärter hat nichts gegen einen Verbleib über Nacht und wünscht uns einen schönen Abend. Auf Parey haben wir uns gut vorbereitet, aber bisher nichts gesehen.

  • „In der Dreifaltigkeitskirche, in den Jahren 1697/98 erbaut, vermutet niemand  eine wertvolle Barockausstattung. Unter dem Altarraum befindet sich die Familiengruft derer von Plotho. Im besonders beachtenswerten Prunksarkophag ist der Erbauer der Kirche, Freiherr Werner von Plotho bestattet.“

Dienstag:     Unser 1. Ziel:  Tangermünde    ca. 20 km/ges. 95 km

Vor uns fährt ein Schubschiff  in die Schleuse. Der Schleusenwärter winkt: “Ihr passt noch rein!“ Die „Mädels“ sind noch in der Pantry beschäftigt, da fahren wir schon in unsere  3. Schleuse, die Schleuse Parey.

Nach  30 min. sind wir auf der Elbe. Sandbänke und Buhnen zeigen uns wo es flach ist. Wir folgen dem Schubschiff und lernen schnell, dass man wegen der Untiefen im Zick-Zack-Kurs dem „Tonnenstrich“ folgen muss und erreichen nach nur zwei Stunden die „Hafeneinfahrt„ von Tangermünde – an Backbord im  spitzen Winkel nach hinten.

In Tangermünde sollte man einen großen Stadtrundgang einplanen: „Tauchen sie ein in die imposante Backsteinfestung Kaiser Karl IV., der Residenz Tangermünde, noch heute mit Wehr-, Pulver- und Wachtürmen an das Vorbild des Prager Hradschin erinnernd.“

Dienstag:     Unser Tagesziel:  Havelberg    ca. 35 km / ges. 125 km

Trotz oder wegen des niedrigen Wasserstandes haben wir reichlich Strömung auf der Elbe und erreichen in nur drei Stunden unsere

4. Schleuse, die Schleuse Havelberg. Ein Anruf genügt und die Schleusenwärterin in der Zentrale Rathenow bereitet alles vor zum Schleusen und bald sind wir wieder auf der HAVEL.

Für uns ist interessant, dass es im Winterhafen eine neue Sportbootsteganlage mit 40 Liegeplätzen gibt. Nach wenigen Minuten sehen wir schon das Hinweisschild Winterhafen und finden eine schöne Box – und eine hilfsbereite „Hafenmeisterin“. Wir legen “römisch-katholisch“ (mit dem Heck) an. So können unsere „Damen“ den flachen Bootssteg über die Badeplattform sicher erreichen.

  • Mit Havelberg haben wir unseren Wendepunkt erreicht, dass muss mit einem guten Essen gefeiert werden. Das Völlegefühl „bekämpfen“ wir mit einem „Willi“.

Mittwoch:   Unser Ziel:  Rathenow          Tages-km 45 / gesamt 170 km

Wir freuen uns über die schöne Havelroute und fahren nach gut zwei Stunden nicht direkt zur nächsten Schleuse, sondern gönnen uns in einem kleinen Seitenarm eine Mittagspause am Wasserwanderrastplatz Strodehne.

  • Eine sehr gepflegte kleine Anlage – und für Familien wichtig – mit einem Kinderspielplatz in Sichtweite

Wir erreichen unsere 5. Schleuse, die Schleuse GARZ. Erst nach der Mittagspause die Schleuse anzufahren erwies sich als goldrichtig“.  Die Schleuse Garz ist  -  mit schrägen Wänden  -  eine der unangenehmsten Schleusen des Törns. Die Kugelfender verhindern den unerwünschten Kontakt mit den Wand- / Boden-Schrägen, aber die Arme sind dann fast zu kurz, um an der „gelben Leiter“ festzumachen.

Wir erreichen unsere 6. Schleuse, die Schleuse GRÜTZ . Nach einer knappen halben Stunde geht‘s weiter gen Rathenow. Die Fahrt nach Rathenow wurde einstimmig als Genussfahrt bezeichnet. Der Verlauf der Havel, die Vogelwelt und die „springenden Fische“ begeistern uns, wir bummeln ein bisschen  und genießen die Fahrt.

Plötzlich erinnern wir uns daran, dass Schleusen auch Öffnungszeiten haben?!  Da wir nicht zu den Lastschiffen gehören, müssen wir über Backbord  abzweigen zur 7. Schleuse, der Stadtschleuse Rathenow. Die Öffnungszeit hatten wir aber leider um 15 min. verbummelt!

Eine freundliche Schleusenwärterin lädt uns auf Anfrage ein, die hauptsächlich von Lastschiffen genutzte große Hauptschleuse Rathenow anzusteuern. Aber, aber, es erwartet uns wieder eine alte Schleuse mit schrägen Boden. Wir befinden uns ja wieder im Unterwasser der Schleuse und hoffen, dass die Kugelfender den Kontakt mit dem schrägen Schleusenboden verhindern. Mit dem Bootshaken kommen wir zwar an die „gelbe Leiter“ aber bei einlaufendem Wasser würden wir das Schiff damit nicht halten. Mit dem Enterhaken fummeln wir die Leine hinter die Leitersprossen und ziehen mit dem Haken erfolgreich das Ende an Bord. Die Schleusenwärterin hatte uns per Kamera immer im Visier und freute sich mit uns über das „Erfolgserlebnis der Anleger!?“ 

  • Vom Unterwasser kommend sollte man wegen der Turbulenzen beim Füllen nur wenige Meter in die Schleuse einfahren und vom oberen Schleusentor weit weg bleiben!

Direkt nach dem Schleusen kommen wir zum zentral gelegenen Stadthafen Rathenow. Nur wenige Schiffe liegen am Anleger. Aber ein

„kleiner Pott“ benötigt manchmal Platz für zwei Seepferdchen - und  beim Spagetti essen wollen wir auch nicht stören!

Wir machen mit „den Joysticks“ eine elegante Wende und fahren ein kleines Stück zurück zum Rathenower Wassersportverein. Neben uns liegt eine Gartenbude auf Schwimmern (soll aber gemütlich sein ), Vater und Sohn springen sofort an Land und übernehmen freundlicher Weise das Festmachen unseres Schiffes.

  • Den Abendspaziergang mit Fischrestaurant gibt es allerdings hier nicht. Manchmal macht auch Selbstverpflegung Spaß!

Donnertsag:   Unser Ziel:  Brandenburg  Tages-km ca. 40 / ges. 210km

Nach einem gemütlichen Frühstück auf dem Achterdeck -  heute mit kurzen Hosen – fahren wir zurück nach Brandenburg. Nach gut einer Stunde passieren wir Milow. An Steuerbord sehen wir einen neuen Gasthof mit Anleger. Bald darauf kommen wir an Premnitz vorbei, ebenfalls mit einem „schönen Anleger“.

 

Nach 10 km erreichen wir unsere 8. Schleuse, die Schleuse Bahnitz. Wir fahren im Genusstempo weiter Richtung  Plauer See, im eleganten Bogen über Steuerbord zum Breitlingsee und erreichen bald die Havel und unseren schon bekannten Anleger Am Slawendorf.

In Brandenburg wollen wir mit einem Rundgang unsere Ortskenntnisse verbessern. Gern gehen wir auch wieder in das uns schon vom 1. Besuch bekannte Restaurant An der Dominsel! Auf dem Rückweg zum Schiff sehen wir, wo die jungen Leute sich treffen, im „Fontane Klub“ .

Freitag:   Unser Ziel:  Yachthafen Töplitz , der Heimathafen der Bootscharter Keser und unser Ausgangspunkt unseres Bootsurlaubs in Brandenburg

Tages-km 40 / gesamt 250 km

Nach einem guten Frühstück „im Salon“ starten wir in  Richtung Vorstadtschleuse Brandenburg.

Wir sind „im Plan“, touren genießerisch über die schöne Havel  und beschließen eine kleine Kaffeepause im Städtchen Ketzin, das wir zu Beginn unseres Törns nur  “passiert“  haben.

Es gibt hier ja immerhin  einen gepflegten Anleger Havelpromenade. Unser Steuermann, bekannt für große Kuchenpakete, ist schon wieder unterwegs. Nach einer gemütlichen Kaffeepause im prallen Sonnenschein kommen wir sogar zum Lesen. Der Skipper braucht Erfrischung und geht nach einer Woche Bootsurlaub „im Mai“ das erste Mal schwimmen!

  • Um 16:00 Uhr heißt es: Auf geht’s, wir müssen noch zu unserem Heimathafen und – tanken!!!

Übrigens:

  • Das „Keser - Team“ war in allen Fragen sehr hilfsbereit.
  • Die Kaution wurde nach einvernehmlicher Feststellung „alles ok“ prompt und sofort zurückgezahlt.
  • Mit schönen Erinnerungen und einem traurigen Blick verlassen wir „unser Seepferdchen 3“.

PS.: Es gibt auch eine „Langversion“ mit Bildern. Interessierte „Leser“ können mich auch anschreiben unter: schoen3963@t-online.de

Charter neu erleben bei Bootscharter Keser in Berlin, Brandenburg und der Müritz